Was Arbeitgeber am langen Stehen tatsächlich ändern können
Die meisten wirksamen Maßnahmen liegen nicht bei der Person, die steht. Es lohnt sich zu wissen, welche es gibt.
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Fast alles, was für Menschen im Stehberuf geschrieben wird, richtet sich an den Einzelnen: Ihre Schuhe, Ihre Dehnübungen, Ihre Gewohnheiten. Diese Dinge helfen am Rand.
Die Maßnahmen mit dem größten Effekt sind struktureller Natur, und sie liegen bei denen, die die Arbeit gestalten.
Die grundsätzliche Lage
Arbeitgeber sind verpflichtet, Gesundheitsgefährdungen durch die Arbeit zu beurteilen und angemessene Maßnahmen zu ihrer Begrenzung zu treffen. Langes Stehen ist ein anerkannter Risikofaktor für Beschwerden an Beinen und Rücken und fällt wie jeder andere unter diese Gefährdungsbeurteilung.
Das ist das Prinzip. Was folgt, ist die Reihe von Maßnahmen, die tatsächlich eingesetzt werden – damit, wer das Thema anspricht, auf etwas Konkretes verweisen kann statt auf die Klage, müde zu sein.
Sitzgelegenheiten, auch bei einer Stehtätigkeit
Am häufigsten wird angenommen, eine im Stehen ausgeführte Aufgabe erfordere durchgehendes Stehen. Häufig tut sie das nicht.
Stehhilfen, Sitz-Steh-Hocker und ein Stuhl für ruhigere Phasen erlauben alle einen Haltungswechsel, ohne die Aufgabe zu ändern. Der Einwand betrifft meist das Erscheinungsbild und nicht die Funktion – und das Erscheinungsbild ist kein Arbeitsschutzkriterium.
Wechsel zwischen Tätigkeiten
Umfasst eine Stelle mehrere Tätigkeiten, verteilt der Wechsel zwischen ihnen die Belastung auf verschiedene Gewebe und Haltungen. Wer zwei Stunden an einer Werkbank steht und zwei Stunden unterwegs ist, ist deutlich besser dran als jemand, der vier Stunden nur das eine tut.
Das kostet nichts außer Aufmerksamkeit bei der Planung.
Boden und Matten
Ein harter Boden ist eine Planungsentscheidung, und wo er nicht geändert werden kann, sind Matten an festen Arbeitsplätzen die übliche Abhilfe. Sie wirken am besten dort, wo Menschen still stehen, und sollten zur tatsächlichen Standfläche passen.
Vorgaben zum Schuhwerk
Wo ein Arbeitgeber bestimmtes Schuhwerk vorschreibt, zählt die Spezifikation. Eine Kleiderordnung, die stützende Modelle ausschließt, oder eine Vorgabe, die nur das Aussehen bewertet, verlagert die Kosten auf die Füße der Beschäftigten.
Manche Arbeitgeber beteiligen sich an den Schuhkosten oder formulieren eine Vorgabe, die neben Sicherheit auch Komfort zulässt. Danach zu fragen, ist berechtigt.
Aufbau der Pausen
Zwei kürzere Pausen bringen bei langem Stehen in der Regel mehr als eine lange, weil der Nutzen aus der Unterbrechung der Dauerbelastung entsteht und nicht aus der gesamten Ruhezeit.
Wie Sie es ansprechen
Beschreiben Sie das Muster statt des Gefühls. Wann es auftritt, was es betrifft, ob es an Tagen mit anderen Aufgaben besser ist. Fragen Sie, ob die Gefährdungsbeurteilung langes Stehen in Ihrer Tätigkeit abdeckt.
Wenn es in Ihrem Betrieb einen Betriebsarzt, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit oder einen Betriebsrat gibt: Diese Stellen haben regelmäßig damit zu tun und wissen, was bereits versucht wurde.
Markus Berger Markus Berger schreibt für Beste Produkttests über Komfort und Schuhwerk. Seit neun Jahren testet er die Produkte, in denen Menschen den ganzen Tag stehen. Mehr von Markus Berger